Ein Reisebericht

Große Schritte und kleine Probleme

Wow, das war eine lange Pause...noch auf der Farm hatte ich immer das Gefühl, es wäre mal wieder Zeit für einen neuen Blogeintrag, doch irgendwie bin ich nie so richtig dazu gekommen. Und auf einmal finde ich mich auf dem Weg nach New York City (!) und muss da jetzt mal eine Verbindung herstellen.

 

Der letzte Monat auf der Magda Farm war stressig und erfrischend, anstrengend und vielseitig, manchmal angespannt und immer großartig. So viele Pflanzen wurden gesäht, umgepflanzt und schließlich verkauft, dass deren Ernte bestimmt reicht, um ganz Toronto für einen Monat zu ernähren (naja, wenigstens eine Woche;D). Exkursionsfreudige Schweine wurden wieder eingefangen, Kälbchen wurden geboren, Küken aufgezogen und wundervolle neue Freundschaften geschlossen. Ich habe wirklich jeden einzelnen Tag genossen.

Zuletzt hab ich Nick manchmal auf seinen Liefertouren nach Toronto und Umgebung begleitet und listenabhakend all unser Gepflanztes in Läden und Pflanzengroßmärkten verschwinden sehen, also im Grunde genommen den ganzen Zyklus erlebt.

Die Sonne ist in diesen Tagen auch zum gern gesehenen Gast geworden, so dass Nick häufig seine sogenannten „I´m-going-to-be-a-dad-for-a-second, ok?“-Momente hatte und uns alle vor Sonnenbrand gerettet hat. Abgesehen davon hat er uns mit den leckersten Gerichten bekocht und hat sogar das Wunder vollbracht, mich zum Fisch-essen zu locken.

Auch Vera und vor allem Caroline sind mir ans Herz gewachsen. Sie haben mir vor der Reise kleine Karten und Briefe geschrieben, die ich erst im Bus öffnen durfte, mit Geschenkgutscheinen darin für meine Hilfe ( aber, ohne falsche Bescheidenheit, so viel kann ich nie im Leben geholfen haben, als das alles zu verdienen!). Ganz sicher werden wir in Kontakt bleiben und uns vielleicht sogar gegenseitig in Belgien, Kanada und Deutschland besuchen.

 

Aber alles hat ja eine Zeit, nicht wahr?

Deshalb habe ich also Sonntag morgen wieder einmal die Segel gestrichen, wieder Abschied genommen (oh Mann, ich bin es so, so leid) und mich auf den Weg nach Toronto gemacht.

Da ich nur diesen einen Tag in der Stadt selbst hatte- am nächsten Tag war ein Tagestrip zu den Niagarafällen geplant und am Dienstag (heute) musste ich einen Bus schon früh morgens erwischen- wollte ich meinen Handyakku,der kaputt war, unbedingt am Sonntag auswechseln lassen. Die ermüdende Qual, einen Laden zu finden, der meinen Akku-offenbar eine Art Auslaufmodell heutzutage- besitzt, beziehungsweise auch noch auswechselt, erspare ich euch. Zuletzt konnte ich doch wirklich einen Laden ausmachen, der meinen Akku noch am gleichen Tag bestellen wollte, sodass ich mein Handy am nächsten Tag abends abholen könnte.

Das hätte auch geklappt, wenn es nicht ein Problem mit dem Greyhoundbus in Niagara Falls gegeben hätte. Der hätte um 5 da sein sollen; in dem Fall hätte ich es gut bis 7 nach Toronto und zu dem Laden geschafft. Ihr merkt den Konjunktiv.

Doch auch mit der ewigen Warterei und immer ungeduldiger werdenden Leuten (insbesondere die meckernden Deutschen natürlich), meiner Sorge, es nicht rechtzeitig nach Toronto zu schaffen und wegen des Handys am darauffolgenden Tag nicht nach New York reisen zu können und der Frustration angesichts der ganzen Situation, in der es einfach keine Information überhaupt gab, warum kein Bus kommt oder wenn, diese zu voll waren, als dass sie noch jemanden nach Toronto mitnehmen könnten, will ich euch nicht langweilen.

Glücklicherweise hab ich ja immer Glück, selbst, wenn ich kein Glück habe Und so bin ich zwar erst um halb 10 mit ca 2 ½ Stunden Verspätung in Toronto angekommen, aber der Typ vom Handyladen hat sich trotzdem noch mit mir getroffen (der Laden war natürlich schon lange zu), um mir mein technisches Hilfsmittel zu geben (verrückt, wie nackt man sich auf einmal fühlt, wenn man mal einen Tag ohne Handy auskommen muss-ziemlich traurig eigentlich). Das war so lieb und verständnisvoll, dass ich -inzwischen ziemlich durch den Wind- ihm richtig um den Hals gefallen bin; der denkt jetzt wahrscheinlich, dass ich nicht mehr alle Tassen im Schrank hab, aber das war einfach so bemerkenswert und nett.

Der Tag in Niagara Falls hat dadurch einen ziemlichen Schatten in meiner Erinnerung abbekommen, aber an sich waren die Fälle natürlich superbeeindruckend und ich bin froh, dort gewesen zu sein, das gesehen zu haben.

 

Tja, und wenn ich jetzt nach links aus dem Fenster schaue – wartet kurz- sehe ich im Moment nur Autobahn, doch ab und zu fliegen kleine amerikanische Städte vorbei.

Die Grenzüberquerung in Buffalo habe ich schon hinter mir und der nächste Stop wird Syracus sein, bevor der Bus hoffentlich heute abend in NEW YORK landet.

Alles, was ich mir momentan wünsche, ist, dass diesem Blogeintrag noch andere folgen werden können und ich nicht in der Stadt, die niemals schläft, verschütt gehe.

Ich werd´s euch wissen lassen

 

Bis dahin!

Leandra

21.5.14 03:32

Letzte Einträge: Der große Apfel, Le long de la route..., Neueste Geschichten, Von Newfoundland nach Nova Scotia (über viel, viel Wasser...), Letzte Worte

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(21.5.14 23:03)
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