Ein Reisebericht

Der große Apfel

 

 

Vor einer Woche noch war ich so aufgeregt, nach New York zu fahren, dass ich beim Stop in Syrakus schon drauf und dran war, den Busfahrer zu beknien, wieder umzudrehen. 

Hab mich aber nicht getraut und musste deswegen nach NY

Und das war gut! Richtig gut! Ehrlich, ich hätte gar nicht so eine Angst zu haben brauchen.

Das Subwaynetz könnte zwar als Studienfach herhalten, aber ich hatte eigentlich nie Probleme, die für mich richtige Linie zu finden und Leute, die ich hin und wieder nach dem Weg fragen musste, haben mir auch immer sehr bereitwillig und zuvorkommend geholfen.

Gewohnt habe ich in einem kleinen Hostel in Brooklyn, dessen Rezeptionist wirklich süß war, weil er sein Herz vor einer Weile schon an Berlin verloren hat und sich mächtig gefreut hat, mit mir sein Deutsch etwas praktizieren zu können - das hatte allerdings einen so starken Amiakzent, dass ich eindeutig mehr verstanden habe, wenn er englisch sprach.

Die vier Tage dort sind so unglaublich schnell vorbei gegangen und waren viel zu leicht ausgefüllt mit Schlenderungen durch den Central Park, Manhattan, Brooklyn, dem Empire State Building und Museumsbesuchen. Im Museum für moderne Kunst allein hab ich fünf Stunden verbracht und hätte es auch noch länger dort ausgehalten; für Kunstfans ist New York, glaube ich, wirklich ein kleines Paradies.

Natürlich war ich auch am 9/11-Memorial und wäre gern in das Museum dort gegangen, tatsächlich aber sind Tickets dort schon für vier Tage im Vorraus ausverkauft!

Nun geht meine kleine Reise aber noch ein bisschen weiter. Als der Bus die Grenze zwischen USA und Kanada wieder überquert hatte, konnte ich endlich wieder aufatmen - und das nicht nur, weil die Grenzbeamten in Buffalo einen so strengen Blick drauf haben, dass man sich schon automatisch schuldig fühlt.

Nein, es fühlt sich irgendwie alles wieder ein wenig vertrauter an; kann gar nicht recht beschreiben, warum.

Momentan bin ich in Ottawa, Kanadas Hauptstadt und Regierungssitz.Das vermutet man gar nicht, oder? Ottawa? Kann man das essen?

Es wurde 1857 als eine Art  Kompromiss, entstanden aus der Rivalität der beiden Metropolen Toronto und Montreal, beziehungsweise zwischen Engländern und Franzosen, von Queen Victoria zur Hauptstadt Kanadas erklärt. Die Bewohner sind gemischt französisch- und englischsprachig, sowird man in jedem Laden oder auf der Post mit " Hello bonjour" begrüßt und auch in Gesprächen, die man so auf der Straße mitbekommt, sind sowohl englisch als auch französisch vertreten.

Es ist eine recht hübsche, aber überschaubar große Stadt, in deren Zentrum alles recht gut zu Fuß zu erreichen ist. Außerdem findet gerade das alljährliche Tulpenfestival statt, in dem die ganze Stadt erblüht. 

Interessant ist auch meine Hostelunterkunft: es handelt sich um ein altes Gefängnis mit den alten Zellen als Zimmern. Meine Zimmernachbarin hat mich soeben darüber aufgeklärt, dass es hier drin sogar noch den letzten funktionieren Galgen in einem kanadischen Gefängnis gibt (na danke, heute Nacht schlafe ich sicher fantastisch).

Morgen reise ich schon wieder weiter nach Montreal, von dem ich jetzt schon so viel Gutes gehört habe, und schreibe natürlich bald wieder.

 

 

28.5.14 04:28

Letzte Einträge: Große Schritte und kleine Probleme, Le long de la route..., Neueste Geschichten, Von Newfoundland nach Nova Scotia (über viel, viel Wasser...), Letzte Worte

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