Ein Reisebericht

Von Newfoundland nach Nova Scotia (über viel, viel Wasser...)

Wer immer es auch gewesen ist, der gesagt hat, Zeit ein Pferd, das im Herzen rennt- der hatte definitiv recht!

 Zeit verwandelt sich vor meinen Augen gerade in eine Sanduhr, in der die letzten Körner gerade noch in der oberen Schale hängen.

Ich glaube, dass, einmal zurück zuhause, ich mich unglaublich freuen werde, alle meine lieben Menschen wiederzuhaben, aber wenn ich ganz ehrlich bin, habe ich eine so wahnsinnige Angst vor dem Abschied von Kanada, von meiner ganzen Zeit hier, dass es sich ganz merkwürdig anfühlt. Das letzte Jahr war irgendwie das beste Jahr meines Lebens. Ich habe hier so viele Leute liebgewonnen, so viel Neues kennengelernt, dass ich von nun an doch wohl immer etwas vermissen werde, egal auf welcher Seite des Ozeans ich stehe.

Wenn ich allerdings im letzten Jahr etwas gelernt habe, dann wohl, dass Abschied und Neuanfang immer Hand in Hand gehen.

So war es auch dieses Mal wieder, als Clara und ich am Montag dem ganzen Two-Whales-Coffeeshop-Team Auf Wiedersehen gesagt haben.

 Es war echt eine tolle Zeit; zusammen mit Rosie aus England und Clara, die auch aus Deutschland kommt, habe ich eine Menge Spaß gehabt, während wir Gemüsebeete angelegt, das Haus gestrichen, gekocht und gebacken haben. Clara und ich haben die wunderbare Aussicht vom Skerwink-trail mehr als einmal genossen und konnten dabei fast jedes Mal Wale beobachten. Sue hat uns auf Ausflüge in ein verlassenes Fischerdorf mitgenommen und nach Trinity. Außerdem sind Clara und ich nach Bonavista gefahren, um da die Puffins um die Klippen herumsausen zu sehen (eine witzige Vogelart; sieht aus wie eine Mischung aus Pinguin und Papagei).

Das Cafe an sich ist wirklich der kulturelle Mittelpunkt von Port Rexton und wahrscheinlich auch noch in einem Umkreis von 30,40 Kilometern. So klein es ist, es finden dennoch Konzerte lokaler Künstler und Bands von Newfoundland oder Kanada dort statt, bei denen das kleine Holzhaus ächzt, wenn so 40 Leute sich da hineinquetschen, um das Spektakel zu sehen.

Wirklich, einen so kleinen Ort wie Trinity East, bzw. Port Rexton kann man sich kaum vorstellen. Ich muss jetzt noch lächeln bei der Erinnerung an Sue, als wir mit dem Auto an einer Straße den Verkehr durchlassen mussten und sie bei nur zwei Autos in die eine und einem Auto in die andere Richtung übrrascht die Augenbrauen hochgezogen meinte: "Wow, it´s busy!"

Sie hat Clara und mich an unserem letzten Tag zur Fähre in Argentia gebracht und nach 18-stündiger Überfahrt waren wir beide wohl mehr als bereit, den Festlandboden zu küssen. Es ist zwar eine Riesenfähre, sie hat aber dennoch so sehr geschaukelt, dass ich mir die ganze Zeit irgendwie wie betrunken vorgekommen bin. Ein junger Mann mit furchtbarem Musikgeschmack (das hab ich aber erst später herausgefunden) und einem Boxer hat uns netterweise auf der Fähre angeboten, uns mitzunehmen nach Truro, von wo aus es nur noch ein Katzensprung nach Halifax war.

Hier bin ich jetzt, bei der Schwester eines Freundes, den ich auf Prince Edward Island kennengelernt hatte. Die ganze Familie ist so nett und herzlich, wie es mir hier schon so oft begegnet ist und dennoch ist es alles andere als selbstverständlich! Wir wohnen hier zusammen für ein paar Tage, bis mein Flieger nach Deutschland geht und erkunden bis dahin die Umgebung um Halifax und die Stadt selbst.

Es ist wunderschön, so viel kann ich schon nach nur zwei Tagen sagen. Eine Wahnsinnslandschaft und Strände, alte Fischereidörfer und Halifax´ zauberhafte Altstadt.

 

24.7.14 14:15

Letzte Einträge: Große Schritte und kleine Probleme, Der große Apfel, Le long de la route..., Neueste Geschichten, Letzte Worte

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen